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Bloodywood – Nu Delhi – Review

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Namaste, liebe Leser. „In Your Face“ – Bloodywood melden sich mit ihrem neuen Album „Nu Delhi“ zurück welches am 21.03 veröffentlicht wurde. Macht euch bereit für Brachial-Metal gemischt mit Hindi, Electro, Hip-Hop, Pop und schlagkräftigen Rap. Der acht Track starke Silberling wartet mit einer Spielzeit von knapp 32 Minuten auf, mit abwechslungsreichen Melodien und einem Song feat. Babymetal, die gerade als Partner in der Metalcore-Szene angesagt sind. Die indische Formation konnte schon mit ihrem Longplayer „Rakshak“, welcher 2022 veröffentlicht wurde, bei uns fett Punkte einheimsen. Mal sehen, was uns und euch auf der neuen Scheibe erwartet.

Bloodywood sind: Karan Katiyar (guitars, flute and production), Jayant
Bhadula (vocals) und Raoul Kerr (rap vocals).
Bühnenverstärkung: Vishesh Singh (Drums), Roshash Roy (Bass), Sarthak Pahwa (Dhol)

Mit mystischen Flötentönen, leichter Percussion und beinahe Meditationsgesang eröffnet „Halla Bol“ den Silberling. Die Ruhe vor dem Sturm, denn schon kurz darauf schlagen Bloodywood einem – musikalisch – mitten ins Gesicht. Aus der Anlage hämmern brachiale Instrumentals mit satten Bassrhythmen. Auch stimmlich schlägt der Song jetzt richtig hart zu, dazu typische indische Trommeln, plus Syntheffekte. Der schnelle Rap ist mit im Flow, die Growls sowie Shouts sind kräftig und der Refrain ist ein Ohrwurm.
Eine kurze softe Ansprache, danach folgen treibende Beats. „Hutt“ wartet mit ein bisschen mehr indischen Vibes und einer Popattitüde auf, welche anfangs leicht an K-Pop erinnert. Dieser Track lässt uns kaum still sitzen. Ach, was soll´s. „Bang your Head“, tob dich aus, spring. Wer hier still halten kann, ist tot. Die Shouts animieren zum Mitgröhlen. Streichinstrumente – verstärkt im letzten Drittel – lockern das Geschehen kurz auf, bevor ein Drum-Gewitter einsetzt. Ein genialer Mix, der uns musikalisch sehr anspricht.

Es folgt „Dhadak“ mit einem sehr kurzen Electro-Beat Einstieg, der schnell in harte Klänge umschlägt und in einem Drum-Feuerwerk gipfelt. Kräftige Rap-Parts, gefolgt von hohen männlichen Hindi-Gesängen, eskalieren im Refrain und setzten sich im Gehörgang fest. Wieder einmal zeigen Bloodywood mit einer Kombination aus Folk und Metal einen Wiedererkennungswert, dem man sich nicht so einfach entziehen kann.
Weiter geht es auf dem Album mit „Bekhauf“ feat. Babymetal und für uns knallt der rein. Sprachlich hören wir ein perfektes Gebräu aus Hindi, Japanisch und Englisch. Die Drum-Salven und Basslines geben den richtigen Druck auf die Raps, während Babymetal mit ihren zarten Mädchenstimmen im Pop-Part glänzen. Das Video spiegelt die Vibes des Tracks gekonnt wieder, wir mussten beim Anhören direkt an Anime-Serien denken. Das Büro eskaliert, bitte mehr davon!

Mehr Hindi schlägt uns bei „Kismat“ aus den Boxen entgegen. Der nächste Ohrwurm steht parat, dieser Chorus verfolgt einen tagelang. Die schnellen Raps sitzen und die Shouts kommen hart, das Double Bass Geballer und die Growls lassen einen nicht zur Ruhe kommen. Das ist Harmonie in aggressiver Form, also intensiv emotional wirksam.

Neben der brachialen „In your Face“ Nu Metal-Attacke der nächsten drei Songs, lässt bei „Daggebaaz“ der Bollywood Charme lieb grüßen. Das ist Bloodywood, wie man sie von dem „Rakshak“ Album kennt und eigentlich auch auf diesem Longplayer erwartet hatte. Der Song gefällt uns und eignet sich wunderbar als Vergleichstrack, um die weitere Entwicklung der Formation nachzuvollziehen.
Einen kleinen, kulinarischen Leckerbissen liefert „Tadka“. Hier dreht sich alles um Gewürze und das Kochen. Tempi-Wechsel zwischen den Sprachgesängen und Growls, softe indische Vibes, eine brodelnde Mischung, die nach dem Motto „Shake your ass, baby!“ die Hüften schwingen lässt. Zu guter Letzt rülpst uns Jayant Bhadula noch dezent satt ins Ohr.
Den Abschluss macht der Title-Track „Nu Delhi“. Fetter Nu Metal, scheppernde Basslines, Drum-Salven, harte Hindi Vocals, melodisch und von fordernden Sprachgesängen durchzogen.

Fazit:
Kaufen!
Aus unserer Sicht haben Bloodywood hier alles richtig gemacht. Der Sound ist top. „Nu Delhi“ ist ein abwechslungsreiches Album, welches nur so vor Energie strotzt. Mit „Bekhauf“ feat. Babymetal konnte die indische Formation deutlich mehr überzeugen als Electric Callboy mit ihrer Zusammenarbeit vom letzten Jahr.
Über die Spielzeit des Longplayers lässt sich streiten. Sind knappe 32 Minuten zu wenig? Für uns gesprochen, hätten wir gern mehr davon gehabt, aber wir kreiden ihnen dies nicht an, da die veröffentlichten Songs durchweg geil sind und somit die volle Spieldauer puren Abriss bietet.

Punkte 10 von 10

Tracklist
01. Halla Bol
02. Hutt
03. Dhadak
04. Bekhauf
05. Kismat
06. Daggebaaz
07. Tadka
08. Nu Delhi

Bloodywood
Nu Delhi
Label: Concord Records (Universal Music)
VÖ: 21.03.2025
Genre: Metal mit Folkelementen

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